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Diabetes, Sehstörungen und andere Augenerkrankungen

Diabetes, Sehstörungen und andere Augenerkrankungen

Bei Diabetikern kann verschwommenes oder doppeltes Sehen auf einen anormal hohen oder niedrigen Blutzucker hinweisen (Hyperglykämie oder Hypoglykämie). Es kann aber auch sein, dass es sich um ein Anzeichen einer anderen Augenkrankheit handelt, von der manche zur Erblindung führen können. Welche Augenerkrankungen kommen bei Diabetikern am häufigsten vor? Wie werden sie erkannt und behandelt? In diesem Artikel stellen wir Ihnen die wichtigsten Erkrankungen vor, die unterschiedliche Teile des Auges betreffen: 

  • die Netzhaut (im Falle der diabetischen Retinopathie)
  • den Sehnerv (Glaukom)
  • sowie die Linse (Katarakt)

Die diabetische Retinopathie

Das Krankheitsbild

Die Oberfläche des inneren Teils des Augapfels ist von einem hauchfeinen Stoff bedeckt: der Netzhaut. Diese ist mit lichtempfindlichen Sensoren ausgestattet, die für die Umwandlung des Lichts in Nervenimpulse verantwortlich sind. Wenn die Gefäße dieser Membran verstopfen, kann es zu Mikroaneurysmen und kleinen Blutungen kommen. Man spricht in diesem Fall von Retinopathie. Es handelt sich um die häufigste Augenerkrankung bei Diabetikern. Die wichtigsten Risikofaktoren sind

  • Hyperglykämie
  • Langzeitdiabetes
  • sowie Bluthochdruck, an dem viele Diabetespatienten leiden

Symptome

Im Anfangsstadium ist die Retinopathie asymptomatisch. Dann stellen sich Schmerzen und die Empfindung ein, dass das Auge von einem Schleier bedeckt ist, der das Sehvermögen beeinträchtigt. Es gibt zwei Formen der Erkrankung:

  • eine nicht proliferative Form, die sich durch runde Läsionen und manchmal durch Blutungen auszeichnet
  • sowie eine schwerere, proliferative Form, die sich durch Blutungen am Glaskörper auszeichnet und auch den Sehnerv betreffen kann

Komplikationen

Akute Verlaufsformen der Retinopathie können zu einer (partiellen oder vollständigen) Schädigung des Sehvermögens, zu Rissen in der Netzhaut sowie zu ihrer Ablösung führen. Es besteht auch ein Kataraktrisiko, das für einen an Retinopathie leidenden Diabetiker um 26% höher ist, als für andere Menschen. Bei manchen Patienten kann sich außerdem ein Makula-Ödem entwickeln. Das bedeutet, dass die Makula (die sich in der Mitte der Netzhaut befindet) durch eine Ansammlung von Flüssigkeit anschwillt und sich dadurch die zentrale Sehkraft verschlechtert. Diabetiker, bei denen ein solches Ödem vorliegt, haben im Vergleich zu Erkrankten ohne Diabetes ein um 59% erhöhtes Kataraktrisiko.

Diagnose

Alle Netzhauterkrankungen (darunter auch die diabetische Retinopathie) können durch eine Augenspiegelung diagnostiziert werden. Diese schmerzlose Untersuchung erlaubt es dem Augenarzt, den hinter der Linse liegenden Teil des Auges zu betrachten. Sie erfordert eine vorherige Erweiterung der Pupillen mit Augentropfen und kann auf zwei Arten durchgeführt werden:

  • mit einem Biomikroskop an der Spaltlampe
  • mit einem binokularen Augenspiegel, der mit einer Sammellinse versehen ist

In beiden Fällen dauert der Vorgang nur wenige Minuten, wenn die Pupillen ausreichend erweitert sind.

Behandlung

Die Behandlung diabetischer Retinopathie hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Bei frühzeitiger Diagnose kann eine Serie an Kortikosteroid-Injektionen oder VEGF-Hemmern (anti-vascular endothelium growth factor) zur Heilung genügen.  Die VEGF-Hemmer erfüllen dabei einen doppelten Zweck. Sie können

  • die Bildung neuer Blutgefäße hemmen, die sich unkontrolliert auf der Oberfläche der Netzhaut ausbreiten
  • sowie die Sehschärfe stabilisieren

Die Erfolgsaussichten der Anti-VEGF-Injektionen sind höher, wenn der Patient mit dem Rauchen aufhört, regelmäßig ärztlich betreut wird und sein Blutzucker gut eingestellt ist.

In vielen Fällen stellt der Laser eine endgültige Behandlungsoption dar. In den schwersten Fällen kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.

Das Glaukom

Das Krankheitsbild

Der Sehnerv, dessen Aufgabe es ist, die Bilder ans Gehirn zu übermitteln, spielt für das menschliche Sehvermögen eine zentrale Rolle. Er ist über höchst sensible Nervenenden mit der Netzhaut verbunden. Im Fall eines erhöhten Augeninnendrucks (also wenn der Druck im Auge zunimmt), werden diese Verbindungen geschädigt und es entstehen Läsionen auf dem Nerv. Man spricht in diesem Fall von einem Glaukom. Mit dem Begriff „Glaukom“ wird ein Gruppe von Krankheiten zusammengefasst, die mit der Erhöhung des Drucks der Flüssigkeiten im Inneren des Auges verbunden sind. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

  • schlechtes Abfließen des Kammerwassers
  • ein Schlag auf den Augapfel (etwa bei sportlicher Betätigung)
  • oder eine Augenoperation

Diabetes Typ 2 zählt zusammen mit Bluthochdruck, Kurzsichtigkeit, Schlaf-Apnoe und dem Alter zu den Hauptrisikofaktoren für ein Glaukom. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2020 hat darüber hinaus gezeigt, dass Diabetespatienten häufiger an Augenhochdruck leiden, der fast immer ein Glaukom zur Folge hat.

Symptome

Ein Glaukom kann mäßigen oder sehr großen Schmerz sowie eine Beeinträchtigung des Sehvermögens veruhrsachen. Im Anfangsstadium der Erkrankung treten blinde Flecken im Sichtfeld auf. Dieses Phänomen tritt manchmal schubweise auf: Das Sehvermögen normalisiert sich, dann treten die Flecken wieder auf.

Komplikationen

Ab einem gewissen Grad der Schädigung des Sehnervs besteht beim Glaukom die Gefahr der Einschränkung des Gesichtsfelds: Die Gegenständen an den Rändern erscheinen verschwommen und das Fahren von Kraftfahrzeugen ist nicht mehr gefahrlos möglich. Wird die Krankheit nicht behandelt, besteht das Risiko eines vollständigen Sehverlusts. Weltweit ist das Glaukom nach dem Katarakt die zweithäufigste Erblindungsursache.

Diagnose

Ein Glaukom lässt sich durch mehrere medizinische Verfahren feststellen:

  • die Gonioskopie, durch die sich der Fluss des Kammerwassers überprüfen lässt
  • die Tonometrie oder Messung des Augeninnendrucks
  • die Fundusuntersuchung, bei der der Sehnerv betrachtet wird
  • sowie die Gesichtsfeldmessung

Bei dieser letzten Untersuchung handelt es sich um einen wichtigen Schritt bei der Diagnostizierung des Glaukoms. Dabei werden sämtliche Nervenfasern des Sehnervs getestet und es wird eine genaue Abbildung des Gesichtsfelds erstellt.

Behandlung

Die durch ein schweres Glaukom am Sehnerv verursachten Schäden sind leider irreversibel. Wird die Erkrankung rechtzeitig festgestellt, können Augentropfen jedoch die Ansammlung von Kammerwasser im Augapfel reduzieren. Eine Laserbehandlung kann ebenfalls dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen.

Der Katarakt

Das Krankheitsbild

Im vorderen Teil des Auges, direkt hinter der Regenbogenhaut, befindet sich eine dicke durchsichtige Linse: Die etwa 4 Millimeter breite Augenlinse. Ihre Rolle besteht darin, zu fokussieren und für ein scharfes Bild zu sorgen. Dabei bündelt die Linse die Lichtstrahlen , sodass sie auf der Netzhaut zusammentreffen. Es kann jedoch vorkommen, dass sich dieses Organ trübt und damit den Weg des Lichts auf die Membran behindert. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung haben Diabetiker ein um 60% erhöhtes Risiko, diese Krankheit zu entwickeln.

Symptome

Im Vergleich zu anderen Augenerkrankungen besteht die Besonderheit des Katarakts darin, dass er schmerzlos ist und sich sehr langsam entwickelt. Hinweise sind verschwommenes Sehen, Schwierigkeiten beim Lesen, eine veränderte Wahrnehmung von Kontrasten oder gesteigerte Lichtempfindlichkeit. Manchmal machen sich im Gesichtsfeld des Patienten Punkte oder Flecken bemerkbar.

Komplikationen

Langfristig führt der Katarakt zu einer merklichen Verschlechterung des Sehvermögens. Ist die Linse vollständig getrübt, kommt es zum Sehverlust. Der Katarakt ist heute bei Menschen ab einem Alter von 50 Jahren die weltweit häufigste Erblindungsursache.

Diagnose

Einer britischen Studie zufolge, die zwischen 2000 und 2015 an einer Kohorte von über 56 500 Menschen durchgeführt wurde, haben Diabetiker ein doppelt so hohes Risiko wie die Normalbevölkerung, einen Katarakt zu entwickeln. Diabetespatienten sollten daher unbedingt regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen beim Facharzt wahrnehmen, damit die Erkrankung frühzeitig erkannt werden kann. Der Katarakt wird mithilfe eines Ophtalmoskops festgestellt, eines medizinischen Instruments, das es dem Arzt ermöglicht, die Linse zu betrachten. 

Behandlung

Bei einem leichten Katarakt kann der Verlust der Sehschärfe unter strenger ärztlicher Kontrolle durch das Tragen einer Brille  ausgeglichen werden. Ist die Krankheit bereits fortgeschritten, reicht eine Brille nicht mehr aus und Augenspiegelungen werden unmöglich. In diesem Fall kann eine Operation erforderlich sein. Bei diesem Eingriff wird die getrübte Linse durch ein Implantat ersetzt: die  künstliche Linse.

Quellen:

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