WillkommenDer Pep2Dia® BlogDiabetische Nephropathie und andere Nierenerkrankungen 

Diabetische Nephropathie und andere Nierenerkrankungen 

Diabetische Nephropathie und andere Nierenerkrankungen

Diabetes ist für eine Vielzahl an Erkrankungen verantwortlich, deren Schwere je nach Alter und Risikofaktoren der einzelnen Person variiert. Aber von welchen Nierenleiden sind Diabetiker am häufigsten betroffen? An welchen Symptomen kann man sie in einem frühen Stadium erkennen? Und wie ihr Fortschreiten aufhalten? Ein Überblick über die diabetische Nekropathie und ihre schwerste Komplikation, die chronische Niereninsuffizienz.

Die diabetische Nekropathie

Krankheitsbild

Die Niere spielt eine wesentliche Rolle für das Funktionieren des Harntrakts. Mit dem Urin scheidet sie Produkte wie Glucose, Potassium, Sodium sowie ein aus zahlreichen Aminosäuren zusammengesetztes Protein, das Albumin aus. Sie sorgt ebenso für die Filterung des Bluts und für die Eliminierung von Abfallprodukten, die für den Organismus giftig sind. Diese Prozesse sind auf kleine Blutgefäße angewiesen, die durch einen anormal hohen Blutzuckerspiegel geschädigt werden können. In anderen Worten:  Diabetes kann die Nierenwände schädigen und sie davon abhalten, die Abfälle des Organismus zu eliminieren. Der Begriff „diabetische Nephropathie“ bezeichnet eine Störung dieser Funktion bei Menschen, die an Diabetes Typ 1 oder 2 leiden. Diese Erkrankung, die auch als „chronische Nierenerkrankung“ bezeichnet wird, entwickelt sich oft nach etwa zwanzig Jahren Diabetes. 

Symptome

Diabetische Nephropathie ist oft schwer zu diagnostizieren, da sie in den meisten Fällen im Anfangsstadium asymptomatisch ist. Später weisen dann zahlreiche Anzeichen auf das Vorliegen der Erkrankung hin:

  • Juckreiz am ganzen Körper
  • Schwellungen an Händen, Augenlidern oder Füßen 
  • Blut im Urin
  • Schwächegefühl und Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Bluthochdruck
  • oder Erbrechen

Komplikationen

Wenn sie nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird, führt die Nekropathie zu einem vollständigen Verlust der Nierenfunktion und schließlich zu Nierenversagen. Sie erhöht außerdem erheblich das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Dieses Risiko steigt zusätzlich durch Faktoren wie Alter, Übergewicht, Bewegungslosigkeit, Tabakkonsum und das Vorliegen einer proliferativen Retinopathie. 

Diagnose

Bei Diabetikern bedarf eine Nekropathie strenger Überwachung. Je nach Alter und Schwere des Diabetes ordnet der Arzt alle 5 oder 2 Jahre oder auch jedes Jahr Vorsorgeuntersuchungen an. Sie bestehen aus aus Urin- und Blutuntersuchungen, bei denen die Albuminkonzentration im Organismus gemessen wird. Dieses Protein gehört zu den Elementen, die im Normalfall nach der Filterung durch die Nieren mit dem Urin ausgeschieden werden. Seine Funktion besteht darin, Hormone und freie Fettsäuren durch den Organismus zu transportieren. Ein hoher Albumingehalt weist auf eine Anomalie in der Ausscheidungsfunktion der Nieren hin. Das Stadium der Erkrankung (zwischen 1 und 5) wird durch den Arzt anhand der Albuminkonzentration im Urin bestimmt. 

Therapie

Die geeignete Behandlung bei Nephropathie hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Folgende Therapien können eingesetzt werden, um das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten: 

  • eine medikamentöse Behandlung 
  • eiweiß- und salzreduzierte Ernährung
  • die regelmäßige Messung von Blutdruck und Blutzucker 

In manchen Fällen kann die Dialyse unumgänglich werden. Dabei handelt es sich um eine medizinische Technik, bei der ein Apparat vorübergehend die Funktion einer künstlichen Niere erfüllt. Er übernimmt also die Aufgabe der Organe, um die „Klärung“ des Bluts zu gewährleisten. Der Vorgang dauert etwa vier Stunden und muss in der Regel mehrmals wöchentlich wiederholt werden. Er wird unter ärztlicher Aufsicht in Anwesenheit einer Pflegekraft durchgeführt. 

Nierenversagen

Krankheitsbild 

Nierenversagen zählt zu den wichtigsten Komplikationen bei diabetischer Nephropathie. 

Chronisches Nierenversagen kann mehrere Ursachen haben. Diabetes und Bluthochdruck stehen dabei ganz oben auf der Liste. Die für Diabetes typische Hyperglykämie schädigt nämlich die Nierenkörperchen, dieses Knäuel an Gefäßen, die für die Filterung des Bluts unverzichtbar sind. Bluthochdruck wiederum führt zu einer Verengung der zu den Organen (wie Herz oder Nieren) führenden Gefäße und somit zu  Störungen ihrer Sauerstoffversorgung.

Symptome

Im Anfangsstadium geht chronisches Nierenversagen nicht unbedingt mit Symptomen einher. Bei Diabetikern können Bluthochdruck und Prähypertonie aber Vorboten der Erkrankung sein. Auch auf andere Alarmzeichen sollte geachtet werden, darunter 

  • Schläfrigkeit, Atembeschwerden oder große Erschöpfung bei Anstrengung (diese Erscheinungen lassen sich durch eine Anämie erklären)  
  • Herzrhythmusstörungen oder sogar Herzstillstand (durch einen zu hohen Kaliumgehalt im Blut) 
  • Übelkeit und Erbrechen (durch die Ablagerung von Harnsäure, Kreatinin und Harnstoff im Stoffwechsel) 
  • Ödeme (durch einen Wasserüberschuss im Gewebe)
  • Knochenbrüchigkeit (wenn zu viel Phosphor im Blut ist)
  • Muskelkrämpfe in den Beinen 
  • ausgedehnter Juckreiz 
  • häufiger Harndrang
  • Gewichts- oder Appetitverlust
  • trüber Urin
  • Schlaflosigkeit

Komplikatinen

Nierenversagen kann eine Fülle an Komplikationen verursachen. So führt sie etwa zu einer schweren Blutarmut, da die Nieren nicht mehr genug Erythropoietin produzieren, ein Hormon, dass die Herstellung roter Blutkörperchen im Knochenmark anregt.  Somit kann das in diesen Blutkörperchen enthaltene Hämoglobin nicht mehr genug Sauerstoff transportieren, es kommt zu einer höheren Blutviskosität und das Gewebe wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dies führt zu einer nachlassenden Vitalität und einer großen Ermüdung beim blutarmen Patienten.  Daneben erhöht Nierenversagen ebenso wie die diabetische Nephropathie das Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Atherosklerose, Angina pectoris,  Schlaganfall oder Herzinfakt zu entwickeln.  Ganz allgemein führt diese Erkrankung zur irreversiblen Schädigung der Nieren und damit zum Tod.  

Diagnose

Um ein Nierenversagen zu erkennen, muss die Menge an Kreatinin und Harnstoff im Blut gemessen werden. Anhand dieser Maßnahme lässt sich auch das Krankheitsstadium bestimmen.

Therapie

Bei der Diagnose Nierenversagen passt der Nierenarzt seine Behandlungsstrategie individuell an den Patienten an. Das Ziel ist, nicht, die Krankheit vollständig zu heilen (was unmöglich ist), sondern ihre negativen Folgen für die Gesundheit des Patienten zu reduzieren. Je nach Krankheitsstadium und begleitenden Risikofaktoren kann der Facharzt Medikamente und eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten verordnen. Schreitet die Krankheit trotz dieser Maßnahmen fort, wird die Dialyse notwendig.  Dabei sind folgende Dialyseformen möglich:

  • peritoneal, also durch Legen eines Katheters (unter Betäubung), über den eine Dialyseflüssigkeit in den Körper eingeführt wird
  • oder extrakorporal mithilfe einer Technik der Filterung des Bluts durch eine künstliche Membran, mehrere Stunden pro Woche (man spricht in diesem Fall von Hämodialyse)

Manchmal ist eine Transplantation geboten, um Lebenserwartung und -qualität des Patienten zu erhöhen. Dabei wird bevorzugt auf das Organ eines lebenden Spenders zurückgegriffen. Diese Praxis ist zum aktuellen Zeitpunkt in Europa nur unzureichend entwickelt. Angesichts des Mangels an Spendern haben nur wenige Patienten Zugang zu dieser Behandlung, die im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung wirksam ist. Jüngsten Statistiken zufolge ist Spanien das Land, das im Jahr 2020 die größte Anzahl an Nierentransplantationen in Europa durchgeführt hat. Allerdings hat die Covid-19-Pandemie diesen medizinischen Bereich stark beeinflusst und die meisten Länder (auch Spanien) verzeichnen einen starken Rückgang bei den jährlich durchgeführten Transplantationen. Auf dem gesamten Kontinent warten insgesamt zehntausende Menschen auf eine Spenderniere.

Quellen:

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